Schluß mit der Lust?
Die häufigsten Fragen zur Kastration von Katzen zusammengestellt von der Tierpsychologin Susan Gonscherowski Tel.: (04192) 2283
«... aber bei Kätzinnen heißt dieser Eingriff doch Sterilisation!»
So geht's schon los, wenn wir mehr oder weniger kritischen Fragen zu diesem Thema Rede und Antwort stehen müssen. Seit Jahren beraten wir (und speziell unsere Tierpsychologin Frau
Susan Gonscherowski) bei Verhaltensproblemen der Katze, und
so haben wir es doch auch schon mal mit so genannten "Kastrationsgegnern" zu tun. Vorurteile, mangelnde Informationen oder Verunsicherung lassen so manchen Katzenhalter zögern, diesen wichtigen Schritt in Sachen "Familienplanung" zu tun. Hier nun die häufigsten Fragen und Mißverständnisse:
«Ich möchte meine Katze sterilisieren lassen!»
Würde der so angesprochene Tierarzt die Kätzin nun wirklich sterilisieren, hätte das fatale Folgen. Viele Tierärzte sind es wohl auch nach Jahren leid, dem Tierhalter den Unterschied zwischen Sterilisation und Kastration zu erklären - wissen sie ja eh was Herrchen und Frauchen wünschen, zudem klingt "Sterilisation" irgendwie nicht so hart und kommt uns dann auch leichter über die Lippen.
Bei der Kastration entfernt der Tierarzt die Geschlechtsdrüsen der Tiere. Beim Kater die Hoden, bei der Kätzin die Eierstöcke. Unter Sterilisation versteht man nun nicht die Entfernung der Eierstöcke, sondern die Unterbindung der Eileiter.
Ein solcher Eingriff würde zwar die Trächtigkeit und somit den Nachwuchs verhindern, nicht aber die Rolligkeit. Eine sterilisierte Kätzin würde in immer kürzeren Abständen rollig werden. Die Sterilisation steigert also das Sexualverhalten, die Kastration unterbindet es.
Zum Thema "Sterlilisation" sagt der Tierarzt Dr. med. vet. Rolf Spangenberg:
"Unter Sterilisation versteht man das Unfruchtbarmachen durch Unterbindung oder Entfernung der Eileiter, wobei die Eierstöcke im Körper bleiben. Die Katze kann danach nicht mehr trächtig werden.
Das Tier behält seine volle sexuelle Aktivität. Das klingt schon verlockend, und tatsächlich habe ich, wie viele meiner Kollegen, früher viel sterilisiert. Leider hat sich die Methode aber nicht sonderlich bewährt!
Sterilisierte Katzen scheinen nämlich sexuell besonders aktiv zu sein. Die Rolligkeiten folgen rasch aufeinander. Dabei geht einem das ständig verliebt-alberne Getue bald auf die Nerven. Das Hauptargument gegen die Sterilisation aber ist:
Das Risiko der Gebärmutterentzündung ist recht groß. Aus diesem Grunde sterilisieren viele Tierärzte überhaupt nicht mehr oder nur auf ganz besonderen Wunsch des Besitzers.
Meine Meinung zur Sterilisation: Sie hat sich als wenig geeignet erwiesen. Das gesundheitliche Risiko ist einfach zu groß."
«Meine Kätzin wird nur in der Wohnung gehalten, warum dann kastrieren?»
Natürlich könnte man seine Katze vor potenten Katern abschirmen, allerdings mit den gleichen Folgen wie bei der Sterilisation. Auch diese Kätzin würde innerhalb kurzer Zeit unzählige Male rollig werden.
Der Katzenpsychologe Ferdinand Brunner sagt dazu:
"Zur besonderen Lebenssituation der meisten Stubenkatzen zählt auch eine oft lebenslange Frustration artgemäßen Sexual- und Mutterverhaltens. Nicht nur aus menschlichem Egoismus, sondern um den Tieren selbst das Verlangen nach etwas zu nehmen, was ihnen nicht geboten werden kann, werden Stubenkatzen üblicherweise kastriert. Problemlos und spielfreudig wie ein Jungtier und befreit von unnützer periodisch wiederkehrender Triebfrustration, erleichtert man dem Stubentier mit dieser Maßnahme die Anpassung an seine erzwungenen Umwelt- und Lebensbedingungen. Katzen zu kastrieren ist also ein Gebot des Tierschutzes!"
«Soll sie nicht wenigstens einmal Junge bekommen?»
Warum sie einmal die Erfahrung des Sexualverhaltens und der Jungenaufzucht machen lassen, wenn sie dann doch kastriert werden soll? Sind wir doch mal ehrlich: Ist es nicht eher der Mensch, der sich einen Wurf junger Katzen gönnen möchte?
«Werden Katzen durch die Kastration nicht dick?»
Kastrierte Katzen zeigen zwar häufig einen regeren Appetit als unkastrierte -
was aber nicht psychische sondern organische Gründe hat. Hier sollte der Katzenhalter die Futtermenge nicht der Freßlust seines Tiers, sondern dem Körperbau, Geschlecht etc. anpassen. Übergewicht bei Katzen ist fast immer auf falsche Ernährung und somit auf den Menschen zurückzuführen!
«Sind Kastraten nicht träge und faul?»
Kastrierte Tiere sind genauso tüchtige Mäusefänger wie unkastrierte. Da bei ihnen das Sexualverhalten / Jungenaufzucht wegfällt, haben sie sogar mehr "Zeit" für Erkundungsgänge, Jagd und auch soziale Kontakte innerhalb ihrer Katzengruppe.
«Kann sich mein Kater dann überhaupt noch behaupten?»
Fremde Eindringlinge werden auch von Kastraten heftig und erfolgreich bekämpft.
Überlegen ist meist die Partei, die sich näher an ihrem Zuhause befindet.
Der kastrierte Kater ist nun aber nicht mehr gezwungen, sich während der Fortpflanzungszeit auf der Suche nach rolligen Kätzinnen auf wochenlange Wanderschaft zu begeben und dabei erbitterte Kämpfe auszufechten (Bißverletzungen - häufig Resultat solcher Katerkämpfe - können sich zu bösen Abszessen entwickeln).
Außerdem darf der Streß, die Unfallgefahr etc. eines Streuners nicht
unterschätzt werden. Rein statistisch gesehen haben kastrierte Kater drei Jahre
länger zu leben als potente Männchen!
«Schluß mit der Lust?»
Selbst wenn wir unser Haustier als Mitglied der menschlichen Familie betrachten, das seine Rechte beanspruchen kann, sollte dazu klar sein:
Das Sexualverhalten von Tieren ist auf die erfolgreiche Fortpflanzung, also auf die Arterhaltung ausgerichtet und nicht auf das Vergnügen!
«Vor- und Nachteile der Kastration»
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Kätzin
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Kater
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| Vorteile
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Keine unerwünschten Schwangerschaften;
Kein Zyklus, kein Kreischen;
Keine zyklusbedingten Stimmungsschwankungen;
Geringeres Risiko, an Milchdrüsenkrebs zu erkranken (Das Risiko liegt nahezu bei Null, wenn die Katze vor ihrem ersten Rolligwerden kastriert wird).;
Kein Risiko einer lebensgefährlichen Gebärmutterentzündung (Pyometra). (Häufig sind es ältere Katzen, die an Gebärmutterentzündung erkranken. Sie macht eine sofortige Operation notwendig.);
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Weniger Territorialkämpfe;
Weniger Herumstreunen (nach der Kastration streunen Kater in einem näheren Umkreis ihres Heimatortes);
Eingeschränktes Markieren;
Kein unangenehmer Uringeruch;
Leichter zu erziehen;
Kein unerwünschter Nachwuchs;
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| Nachteile
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Die Unfähigkeit, Nachkommen zu zeugen;
Die Neigung zuzunehmen (Zehn Prozent aller Katzen nehmen nach der Kastration zu. Wenn Sie bei der Ernährung des Tieres darauf achten, läßt sich dieses Problem jedoch schnell wieder in den Griff bekommen.);
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