Katzenhilfe Norderstedt e.V.
   

Katzenkrankheiten,
wie Sie bzw. der Tierarzt helfen können

Wenn sich Ihre Katze nicht wohlfühlt, apathisch in ihrem Körbchen liegt, nicht mehr spielen bzw. fressen mag oder wenn Ihnen sonst irgend etwas ungewöhnliches an Ihrer Katze auffällt, empfehlen wir, selbst nicht lange "rumzudoktern", sondern gleich einen Tierarzt Ihres Vertrauens aufzusuchen. Unter Umständen bewahren Sie Ihre Katze durch schnelles Handeln z.B. vor einer tödlichen Vergiftung. Auf jeden Fall ersparen Sie ihr lange und heftige Schmerzen

Eine Katze hat keine sieben Leben!

Überblick der meist verbreiteten Katzen-Krankheiten.

(Info = zufällig ausgewählte Links im Internet)

Katzenschnupfen - Feline virale Rhinotracheitis - (Info)
Katzenseuche - Feline Panleukopenie (Parvirose) - (Info)
Bauchfellentzündung (FIP) - Feline Infektiöse Peritonitis - (Info 1; Info 2)
Katzenleukose (FeLV) - Felines Leukämie Virus - (Info)
Katzenaids (FIV) - Felines Immunschwäche Virus - (Info)
Tollwut - Rabies - (Info)
Katzendiabetes - Informationen - Erfahrungsbericht - Forum
Impfungen - (Info)
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FiP - eine der rätselhaftesten Krankheiten der Katze

FiP = Feline infektiöse Peritonitis (ansteckende Bauchfellentzündung).


Cornelia Reich schreibt in "Vets im Netz":

Die meisten Fragen in diesem Forum erreichen uns zur FIP-Infektion der Katze. Das liegt einerseits daran, daß die FIP eine recht weit verbreitete Krankheit ist - bei etwa jeder 6. -8. Katze, die pathologisch untersucht wird, wird auch eine Infektion mit dem FIP-Virus festgestellt - andererseits aber sicher auch daran, daß die Erkrankung so schwer zu begreifen ist:

- Das Virus ist fast flächendeckend verbreitet und trotzdem tritt die Krankheit nur sporadisch auf: Beispielsweise können Kätzchen aus einem Wurf an FIP erkranken, wohingegen ihre Wurfgeschwister und die Mutter verschont bleiben.

- Antikörper gegen das Virus - also Moleküle, die eigentlich dafür da sind, die Katze gegen die Infektion zu schützen - nützen nichts, können die Erkrankung schlimmstenfalls noch beschleunigen.

Wie ist das möglich? Fangen wir vorn an: Erreger der FIP sind die Coronaviren. Die meisten dieser Coronaviren sind harmlos, verursachen bei Katzenwelpen häufig einen kurzzeitigen "Welpendurchfall", leben also im Darmgewebe und treten ansonsten nicht weiter in Erscheinung. Trotzdem spielen diese harmlosen Darmviren die Hauptrolle bei der Verbreitung der Erkrankung: Gesunde Katzen, die die Coronaviren in ihrem Darm beherbergen, scheiden diese im Kot, im Speichel und mit anderen Körperflüssigkeiten aus. Sie stecken also andere Katzen mit einer an sich harmlosen Darmerkrankung an. Soweit nicht weiter wild.

Wie wird nun ein Coronavirus zu einem wilden, also gefährlichen Subjekt, dem FIP-Virus? Durch Mutation. Das besondere an den Coronaviren ist nämlich ihr außergewöhnlicher Hang zur genetischen Veränderung. Mit anderen Worten: ob ein mit Coronaviren infiziertes Kätzchen tatsächlich zum FIP-Patient wird, ist ein spontanes, nicht vorhersehbares Ereignis. Das durch Mutation entstandene FIP-Virus ist dabei quasi eine Neuschöpfung, gerade erst entstanden.

Noch mal von vorn:
wie könnte eine FIP-Infektion stattfinden?
Ein Katzenkind stammt von einer mit Coronaviren infizierten Mutter. Mit der Muttermilch nimmt es Antikörper gegen diese Viren auf und ist in der ersten Lebensphase vor einer eigenen Infektion geschützt. Deshalb ist die Muttermilch so wichtig. Dieser Schutz hält aber nur einige Wochen vor. In dem Maße, wie die "mütterlichen" Antikörper im Blut des Kätzchens verschwinden, wird der Katzenwelpe empfänglich für eine Infektion. Für die dafür notwendigen Viren sorgt die infizierte Mutter. Der kleine Körper reagiert auf die Infektion mit einem Welpendurchfall, beginnt selbst Antikörper zu produzieren und beherrscht die Krankheit, er wird immun. In den meisten Fällen schafft er es aber nicht, das Virus ganz aus dem Körper zu vertreiben. Der Katzenwelpe ist permanent infiziert, genau wie seine Mutter. Er hat eine harmlose Coronavirusinfektion, Virus und Antikörper halten sich die Waage. Das Tier ist gesund. Dieses stabile Gleichgewicht kann sich ändern, wenn das Immunsystem gestreßt wird, zum Beispiel dadurch, daß der Welpe in eine neue Umgebung umzieht. Andere Streßfaktoren können sein: Leukämievirus- oder Immunschwächevirusinfektion, Katzenkämpfe, Wurmbefall, chronische Erkrankungen. Das gestreßte Immunsystem verliert die Kontrolle über die Viren, die "bösen" Mutanten befallen schließlich die Abwehrzellen des Körpers, und die FIP-Infektion nimmt ihren Lauf: Die Symptome: FIP ist eine Gefäßerkrankung. Antikörper gegen das Virus haben keine Schutzfunktion, sondern beschleunigen den Krankheitsverlauf. Die Gefäße werden undicht, und Flüssigkeit tritt in das umliegende Gewebe: dicker, flüssigkeitsgefüllter Bauch und Fieber sind die Kardinalsymptome einer FIP. Die Gefäßkrankheit kann aber geradesogut an den anderen Stellen des Körpers auftreten, sodaß Symptome anderer Organe, wie z.B. Atemnot oder Leberschädigungen sowie Augen-oder Hirnschäden die Folge sein können. Auch der dicke Bauch ist kein "Muß", es geht auch ohne: das ist dann die sogenannte "trockene FIP". Die Symptome sind also vielfältig, die Diagnose nicht einfach. In solchen Fällen hilft dem Mediziner oft ein Bluttest. Nicht so bei der FIP!

Der Test: Machen wir es kurz: der Test weist nicht das FIP-Virus nach. Das geht deshalb nicht, weil sich dieses ja ständig verändert, also mutiert. Kein Test der Welt kann ein Virus nachweisen, das quasi noch garnicht existiert. Der Test weist die Antikörper nach, die der Körper nach der Infektion mit Coronaviren bildet. Ob daraus dann eine FIP entsteht- siehe oben- ist aber ein reiner Zufall und durch den Test nicht voraussehbar. Sogar die Höhe des Antikörper-Spiegels, der sogenannte Titer, sagt nichts über die Krankheitswahrscheinlichkeit aus. Jede positive Katze kann an FIP sterben, ganz egal wie hoch der Titer ist.

Keine FIP kriegen Katzen, die nicht infiziert sind mit Coronaviren. Sagt uns der Test denn wenigstens, ob eine dann negative Katze auch Coronavirus-frei ist? Ja- mit einer Genauigkeit von ca 85%. Das ist ja schon mal was! Also: der Test ist zur Diagnose der FIP nicht geeignet. Ob ein Tierarzt eine FIP diagnostiziert, hängt von einer ganzen Reihe von Tests ab, von einem Testprogramm. Wohl geeignet ist der Test, um zu entscheiden, ob ein Tier coronavirusfrei- und dann impffähig ist.

Die Impfung: Ist die Katze mit Coronaviren bereits infiziert, schützt eine nachfolgende Impfung leider nicht mehr.Impffähig sind also nur Tiere, die Coronavirusfrei sind. Hier -s.o.- hilft der FIP-Test. Ist geklärt,daß der Impfling noch nicht angesteckt ist, kann ihn die Impfung vor einer Neuansteckung schützen. Zu empfehlen ist die Impfung v.a. für Katzen, die Kontakt mit anderen Katzen haben - in Katzenzuchten, in der Katzenpension, im Tierheim - , oder im eigenen Garten. Die Impfung ahmt den natürlichen Weg einer Tröpfcheninfektion nach und wird in die Nase geträufelt. Es entsteht ein Schutz an den Schleimhäuten, der das Eindringen der Coronaviren in den Körper verhindert. Der Impfling ist geschützt. "
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Katzendiabetes - Erste Informationen
(von Helga Schoolmann)

Deine Katze ist beim TA mit Katzendiabetes diagnostiziert worden? Dann erschrick nicht, das ist kein Todesurteil. Diabetes ist zwar eine komplizierte Erkrankung, aber gut zu behandeln. Du musst nur etwas Geduld mitbringen, es geht nicht von heute auf morgen.

Wahrscheinlich geht es deiner Katze momentan nicht gut. Symptome für Diabetes bei Katzen sind häufiges Trinken, große Mengen von Urin, ein unbändiger Hunger, Aufnahmen großer Futtermengen und trotzdem nimmt das Tier ab. Die Diagnose beim TA erfolgt über eine Blutprobe. Der Blutzuckerwert ist oft sehr hoch. Die eigentliche Diagnose erfolgt jedoch über den Fructosaminwert. Er gibt einen Überblick über die Glukosewerte der Katze während der letzten 10-14 Tage und ist NICHT stressabhängig. Fast alle Katzen neigen nämlich beim TA-Besuch zu sehr hohen Werten (Stresshyperglykämie). Um eine Fehlbehandlung zu vermeiden, sollte auf der Messung dieses Fructosaminwertes bei der Erstdiagnose UNBEDINGT bestanden werden.

Auf die Diagnose folgt die Behandlung, die in der Regel durch Insulin erfolgt wie auch beim Menschen. Im 12-Stunden-Abstand bekommt die Katze zweimal täglich Insulin unter die Haut gespritzt. Nur wenige Tiere kommen mit einer einmaligen Gabe aus. Die Tiere gewöhnen sich schnell daran, und holen sich nach einiger Zeit ihr Insulin sogar ab, weil sie merken, dass es ihnen gut tut. Die Verabreichung von Insulin geht mit dem gleichen Risiko daher wie bei Menschen auch. Darum ist im Prinzip auch die Behandlung wenig unterschiedlich.

Ziel der Einstellung ist es, der Katze soviel Insulin zu geben, wie sie benötigt, dadurch die oben genannten Symptome zum Verschwinden zu bringen und die Lebensqualität wieder herzustellen. Dabei sollte besonders darauf geachtet werden, dass die Startdosierung nicht zu hoch gewählt wird, da es sonst im Regulierungsprozess zu gefährlichen Zwischenfällen und Verzögerungen kommen kann.

Immer mehr setzt sich glücklicherweise bei der Behandlung diabetischer Katzen das sogenannte Hometesting (auch Homemonitoring genannt) durch. Mit Hilfe eines modernen Glukometers, das nur wenig Blut ansaugt, kann der aktuelle Blutzuckerspiegel auch bei Katzen durch einen winzigen Tropfen Blut, der aus dem Ohr entnommen wird, mühelos festgestellt werden. Das tut dem Tier nicht weh, erfordert kaum Zeit, erleichtert die Einstellung enorm und macht sie vor allem sicherer. Falls der TA Hometesting noch nicht kennt, sollte man ihn darauf aufmerksam machen. Es ist für seine tierärztliche Arbeit nur von Vorteil, weil eine Überdosierung des Insulins vermieden werden kann.

Insulin ist zwar ein körpereigener Stoff, doch zuviel davon kann tödlich sein. Eine Überdosierung mit Insulin kann eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) bewirken, d.h. die Blutzuckerwerte sinken bedenklich tief, das Tier taumelt, ist nicht ansprechbar, bekommt einen glasigen Blick, kann ins Koma fallen und kann, wenn die Hypo nicht rechtzeitig erkannt wird, durch die Unterzuckerung schwere neurologische Schäden erleiden oder sogar daran sterben.

Zuviel Insulin kann auch noch eine andere Wirkung haben: die Blutzuckerwerte steigen, oft sogar astronomisch hoch, auf HI, d. h. Werte über 600 mg/dl. Diesen Vorgang nennt man Somogyi-Effekt, auch Somogyi Overswing oder Rebound genannt. Es ist eine Gegenreaktion des Körpers auf zuviel Insulin. Die Leber schüttet Glykogen (gespeicherte Glukosevorräte) aus, um den Körper vor einer Unterzuckerung zu schützen. Der Somogyi-Effekt tritt bei Katzen sehr leicht auf, kann aber durch das oben erwähnte Hometesting schnell erkannt werden. TÄ können den Somogyi-Effekt nur vermuten, denn bei ihnen in der Praxis hat das Tier sowieso wesentlich höhere Stresswerte.

Die Behandlung des Somogyi-Effektes besteht darin, der diabetischen Katze WENIGER Insulin zu geben. Leider wird der Somogyi-Effekt oft mit Insulinresistenz verwechselt. Echte Insulinresistenz ist bei Katzen jedoch selten. Nach chronischem Somogyi-Effekt ist jedoch manchmal ein Wechsel auf ein anderes Insulin angebracht. Wie bereits erwähnt, erfolgt die Behandlung des Somogyi-Effektes durch die Verminderung des Insulins. Diese Reduzierung des Insulins sollte aber unbedingt in Absprache mit dem behandelnden TA erfolgen, denn ZU WENIG Insulin ist auch mit Gefahren verbunden.

Zu wenig Insulin bedeutet, dass der Körper sich seine Energien woanders holen muss. Er greift auf seine Fettvorräte zurück und beginnt, sie massiv abzubauen. Dabei entstehen Ketone, auch Ketonkörper genannt, schädliche Abfallprodukte des Fettstoffwechsels. Das Blut übersäuert, und es kann zu einer schweren Stoffwechselentgleisung, genannt Ketoazidose, kommen. Eine Ketoazidose ist lebensgefährlich und bedarf unbedingt einer intensiven tierärztlichen Behandlung, da sie sonst tödlich ausgeht. Vorbeugend sollte man den Urin einer diabeteskranken Katze regelmäßig mit Teststreifen auf Ketone überprüfen. Das ist eine billige, leicht durchzuführende Kontrolle, die lebensrettend sein kann.

Manche diabetische Katzen zeigen zur Zeit der Erstdiagnose schon neuropathische Erscheinungen, d.h. sie springen schlechter oder laufen schlurfend auf dem unteren Teil der Hinterbeine. Durch die Einstellung mit Insulin verschwinden diese Erscheinungen jedoch oft wieder. Methylcobalamin, ein B12- Derivat, kann diese Besserung beschleunigen. Es ist in Tablettenform erhältlich und vollkommen unschädlich, da alles Überschüssige durch den Urin wieder ausgeschieden wird.

Ein wesentlicher Teil der Diabetesbehandlung muss hier noch erwähnt werden: das Futter. Viele Futter, vor allem viele Trockenfutter, enthalten für eine diabetische Katze viel zu viele Kohlenhydrate. Auch Katzenleckerlis sind mit Vorsicht zu genießen. Sie enthalten wie die verschiedenen Futter oft Zucker. Der richtige Zeitpunkt des Fütterns, die richtige Futtermenge und vor allem das geeignete Futter sind für die Regulierung des Diabetes sehr entscheidend.

Die Behandlung der diabetischen Katze sollte in enger Zusammenarbeit mit einem TA erfolgen, der sich mit Katzendiabetes auskennt und auch neuen Methoden wie Hometesting und Überprüfung auf Ketone aufgeschlossen gegenüber steht.

Wenn nun der Eindruck erweckt wurde, dass Katzendiabetes schwer zu behandeln ist, so ist das nicht richtig. Durch richtige Organisation ist die Behandlung in den Griff zu bekommen und wird schnell zur Routine. Die Lebensqualität erkrankter Katzen ist oft erstaunlich schnell wieder da.

Du solltest deshalb keinen Moment zögern, eine an Diabetes erkrankte Katze mit Insulin zu behandeln, wenn dein TA dazu rät. Ohne Insulin verurteilt man das Tier zu einem qualvollen Hungertod. Einige wenige Katzen können mit Tabletten behandelt werden, doch ist die Behandlung oft problematischer als das Verabreichen einer Spritze. Es sprechen auch nur wenige Katzen auf diese Tablettenbehandlung an. Einige Katzen sind Grenzfälle und können ausschließlich über richtiges Futter geregelt werden.

Manche Katzen haben einen vorübergehenden Diabetes,auch Remissionsphase oder Honeymoon genannt. Sie können bei richtiger Ernährung monatelang und mehr ohne Insulin auskommen, sind vom Diabetes jedoch nicht geheilt und müssen weiter kontrolliert werden.

Diese Erstinformationen stammen von der Homepage www.katzendiabetes.de und sollen nur einen ersten Eindruck vermitteln. Die Informationen auf der HP sind wesentlich umfassender, außerdem besteht die Möglichkeit, bei Unsicherheiten und Problemen in einem Katzendiabetesforum qualifizierten Rat zu erhalten.

www.f27.parsimony.net/forum67302/

Anmerkung der Autorin: "Alle Informationen beruhen entweder auf meinen persönlichen Erfahrungen oder geben meine persönliche Meinung wieder. Ich bin kein Tierarzt und übernehme keinerlei Haftung. Bitte sprecht die Therapie der diabetischen Katze mit eurem Tierarzt ab. Jedes Kopieren, Einspeichern in automatisierte Dateien und Weiterverwenden des Textes ist nur mit meiner Erlaubnis zulässig.

Helga Schoolmann, 2003"
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Für mehr Infomationen,
recherchieren Sie selbst im Internet.
Hier einige Beispiele:

Katzenbuch, ein Ratgeber
rund um das Leben mit Katzen


Schweizerische Vereinigung
für Kleintiermedizin


Kleintierpraxis

Tierarztpraxis

Tierarzt - Lexikon

Katzenkranheiten von A bis Z

Katzenkrankheiten
Tierschutzverein Vaihingen
Tierschutzverein Bocholt
Netzkatzen.de
Katzenmiau.de
catgirly.de